
Island und seine Geografie
Geografie
Island ist geologisch noch sehr jung und liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken. Es ist das Ergebnis von einem überdurchschnittlichen Magmaustritt an dieser Schwachstelle der Erdkruste. Geologisch gesehen ist es geteilt zwischen den Erdteilen Europa und Amerika. Für gewöhnlich wird Island aber Europa zugeordnet.
Der Nordwesten (Westfjorde), sowie der Osten der Insel sind die geologisch ältesten Bereiche. Hier gibt es weniger Erdbeben, aber dennoch vulkanische Aktivitäten. Ganz anders ist die Situation an der Zone, welche die Kontinentalplatten trennt. Von Nordosten nach Südwesten liegt die vulkanisch aktivste Stelle. Hier gibt es verstärkte geologische Aktivität mit regelmäßigen Erdbeben und Vulkanausbrüchen. In Þingvellir, wo die Isländer 930 n. Chr. ihr erstes Parlament Althing gründeten (auch heute noch genannt Althingi) kann man sehr gut den Graben sehen, der sich durch Island verläuft und Europa von Amerika trennt.
11% der Landesfläche Islands ist noch vergletschert, wobei der Vatnajökull mit ca. 8.300 qkm der größte Gletscher der Insel ist. Neben ihm sind noch der Landjökull, sowie Hofs- und Myrdalsjökull von beträchtlichen Ausmaßen. Der höchste Berg Islands ist der Hvannadalshnúkur mit 2.119m. Er befindet sich im Vatnajökullgletscher. Der bekannteste Vulkan ist die Hekla (1.491m) im Südosten, die meist in jedem Jahrzehnt einmal ausbricht.
In der Hauptstadtregion gibt es viele heiße Quellen. Hier liegt auch der Namensgeber für alle Geysire, also für die regelmäßig aus der Erde spritzenden Wasserfontänen, bedingt durch vulkanische Aktivität. Der "Geysir" selbst ist heute nur noch selten zu bewundern, dafür aber sein wenige Meter entfernter kleiner Bruder, der "Strokkur".

Da Island wie bereits erwähnt, geologisch noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es wenig Rohstoffe. Dafür aber fast unerschöpfliche Ressourcen an Geothermalenergie und Wasserkraft. Bereits jetzt deckt die Wasserkraft fast 90% des isländischen Strombedarfs. Energie und Wasser sind als "billige" Ressourcen ein Standortvorteil Islands. Islands Klima ist subpolar, kühl und an den Küsten maritim. Im Landesinnern kälter und kontinentaler. Durch den Einfluss des Golfstroms ist das Klima Islands für seine Breitenlage erstaunlich mild. Reykjavik hat z.B. eine mittlere Januartemperatur von ca. 0°C (zum Vergleich: Helsinki liegt deutlich südlicher und hat -6°C).
Die Niederschlagsmengen nehmen von Süden nach Norden hin ab. Im Süden liegt das Mittel bei ca. 1.000 mm/ Jahr im Norden bei 600 mm/ Jahr. Auf den Gletschern im Süden werden sogar Werte über 4.000 mm erreicht. Während Island zu Zeiten der ersten Besiedlung nach Schätzungen noch zu 2/3 mit Wald bedeckt war, sind es heute nur noch ca. 1%. Es handelt sich dabei hauptsächlich um lichte Birkenwähler und Krüppelkiefern. Insbesondere durch die Schafhaltung und der daraus folgenden Bodenerosion sind weite Teile heute Wüste. Weite Flächen sind jedoch zumindest mit Moosen und Flechten begrünt. 75% der Fläche sind jedoch vegetationslos (inkl. Gletscher, erkaltete Lavaströme, Sander, Hochgebirge). Islands Gewässer sind sehr fischreich. Auch die Vogelwelt ist sehr artenreich, am bekanntesten ist wohl der Papageitaucher (Lundi).