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Reisen in die Westfjorde Islands

Blaue Lagune Island
www.blaue-lagune-island.de
 
Islands Westfjorde
 
Die Westfjorde sind tief zerfurcht von Fjorden und Buchten und ragen wie die Finger einer Hand ins Meer. Sie sind mit dem Rest der Insel nur durch eine schmale Landbrücke verbunden. Sie umfassen etwa 10 % der Fläche Islands, allerdings rund 30 % der Küstenlinie.
 
karte der westfjorde
Karte der Westfjorde
 
Fahrten durch die Westfjorde sind nicht immer bequem und führen über Pässe und Höhen, vorbei an Waldgebieten und abwechslungsreicher Küstenlandschaften. Hinter jeder Kurve wartet ein neues Bild. Weiße Sandstrände, die Fjorde und bizarre Felsklippen prägen die Westfjorde. Die weichen Züge der Landschaft werden Richtung Norden rauer. Dort sind steil ins Meer abfallende Tafelberge (300 – 500m) typisch.
 
Ísafjörður
 
Ísafjörður ist Wirtschafts- und Verwaltungszentrum der Westfjorde und hat ca. 4.200 Einwohner. Seefahrtmuseum Neðstakaupstað. Ísafjörður ist Skizentrum im Winter. Kunstgalerie Slunkariki. Betonkirche Ísafjarðarkirkja. Leuchtturm Arnarnesviti. Der Dynjandi Wasserfall im Fjord Arnafjörður gilt als der attraktivste und ansehnlichste. Der Dynjandi stürzt ca. 100m in die Tiefe und wird nach unten hin breiter.  Der Name bedeutet „dröhnen“, was das hinunter fallende Wasser beschreibt.
 
Große Seen gibt es in diesem Landstrich Islands nicht, jedoch viele mit Lachsen und Forellen bevölkerte kleiner Lagune und Flüsse.
  
Mit nur 7.500 Einwohnern haben die Westfjorde mal gerade gut 3 % Anteil an der Gesamtbevölkerung Islands. Das war nicht immer so: Noch im Jahre 1900 lebten in den Westfjorden 16 % der Isländer. Hauptsächlich durch die schlechte Infrastruktur und Lawinenunglück sind die Menschen in die Hauptstadtregion abgewandert. Auch die wirtschaftlichen Verhältnisse der Bauernhöfe waren schlechter geworden und viele gaben ihren Hof auf. Auch der Walfang wird nicht mehr praktiziert.
 
Zukunft im Tourismus
 
Dennoch sind die Westfjorde touristisch gesehen sehr reizvoll. Der Tourismus wird zur Zeit auch ausgebaut und die Infrastruktur verbessert. Es werden Straßen geteert und Brücken über die Fjorde gebaut. Mit 9 km ist der Tunnel zwischen Isafjördur und seinen Nachbargemeinden der längste Islands. Im Winter werden die Hauptverkehrsstraßen regelmäßig geräumt.
 
Die Westfjorde sind geologisch der älteste Teil Islands. Hier sind die wenigsten Erdbeben, aber dennoch mit heißen Quellen und Erdwärme. Diese werden zur Fischaufzucht, aber auch zum Betrieb vom Schwimmbädern und heizen genutzt. Wie auch im übrigen Island waren die Gletscher an der Form der Landschaft maßgeblich.
 
Berühmt sind auch die flachen und fruchtbaren Inseln: Æðey und Vigur im Fjord Ísafjarðardjúp und Grímsey im Fjord Steingrímsfjörður. Dort niesten Millionen von Vögeln. In der Bucht Breiðafjörður sind tausenden Inseln und Schären verstreut.
 
flatey
Flatey ist die größte Insel im Fjord Breiðafjörður
 
Die bekanntesten Inseln sind jedoch Flatey (bekannt durch den Krimi „Das Rätsel von Flatey und das Flateyjarbók), Hergilsey, Hvallátur und die Inselgruppen Svefneyjar und Skáleyjar. Der Drangajökull thront noch heute als Plateaugletscher über den nördlichen Westfjorden. Seit dem abtauen der Gletscherkappe der Glama-Hochebene ist er der einzige Gletscher der Westfjorde.
 
Selbst im Sommer reichen noch die Schneefelder des Drangajökull ins Meer hinab. Diesen „Strand der schneebedecken Hänge“ nennen die Isländer „Snæfjallaströnd“. Die Vegetation der Westfjorde ist überraschend üppig. Es wachsen einige endemische Pflanzen, bedingt durch die abwechslungsreiche Landschaften, wenig Landwirtschaft und die lange Schneedecke. Man findet dichte Bestände von Ebereschen und Krüppelbirken. Auch gibt es reiche Bestände an Blaubeeren, sowie Farne und Schwedischer Hartriegel. Auch natürlich Isländisch Moos und verschiedene Flechten. In den Niederungen sind Moore und Feuchtgebiete anzutreffen. In den Höhenlagen blüht der Arktische Mohn.
 
Naturschutzgebiete
 
Bekannteste Naturschutzgebiete sind Hornstrandir und Vatnsfjörður. Die Insel Hrísey in der Gemeinde Reykhólahreppur und der Osten von Flatey in derBreiðafjörður-Bucht sowie die Flora und Fauna aller Breiðafjörður-Inseln stehen unter Schutz unter Schutz. Hornstrandir umfaßt den gesamten Norden der Westfjorde-Halbinsel. Geprägt von schroff abfallenden Bergmassiven an der Küste sowie schmale Buchten und Täler am Ende der Fjorde ist es ein besonderes Naturerlebnis. Es finden sich Fossilien die Erdgeschichte bezeugen. Hier finden sich viele Vogelkolonien mit Trottellummen, Wat- und Sumpfvögeln.
 
Auch der Polarfuchs lebt hier, das einzige heimische Säugetier Islands. Sie sind vermutlich in der Eiszeit eingewandert und stehen unter Schutz. Hornstrandir war früher relativ dicht besiedelt. Die Menschen nutzten die Vögel sowie deren Eier, Seehunde und Treibholz zum Überleben. Seit ca. 50 Jahren ist die Region aber verlassen. Die Überreste manchen Bauernhöfe erzählen dem Besucher die lebendigere Vergangenheit. Im Sommer werden Bootsfahrten nach Hornstradir angeboten, wobei Besucher die Ausrüstung und Nahrung wegen der schlechten Infrastruktur mitbringen müssen. Hornstradir wird durch das staatliche Amt für Naturschutz un der Polizei von Ísafjörður kontrolliert. In den Naturschutzgebieten Vatnsfjörður, Flatey und Hrísey wird ebenfalls dem Naturliebhaber viel geboten. In Vatnsfjörður findet man den größten Bestand wildwachsender Ebereschen auf Island. Auf den Berghängen findet man Beeren und im Fluß, der den See Vatnsdalsvatn mit dem Meer verbindet, Lachse und Forellen. Das Schwemmland im Fjord lockt Sumpf- und Watvögel, sowie Stern- und Eistaucher, Seeadler und Kragenenten.
 
Vogelkundler (Ornithologen)
 
Im Osten von Flatey sind ebenfalls Vogelschutzgebiete vorhanden. Hrísey ist sehr vegetationsreich. Für Vogelkundler (Ornithologen) sind in den Westfjorden Látrabjarg und die Gegend des Isafjarðardjúp interessant. Die bis zu 400m Meter hohe Steilküste Latrabjark ist im Frühsommer Treffpunkt von Vogelkundlern. Hier kann man massenweise Papageitaucher, Möwen, Lummen und Eissturmvögel beobachten. Von hier aus sind es ca. 300 km bis nach Grönland, es ist der westlichste Punkt Europas.
 
Auch Reykhólar, die Breiðafjörður-Inseln, und der Fjord Steingrímsfjörður in der Region Strandir sollten sie besuchen. U.a. findet man Eiderenten, Papageitaucher, Krabbentaucher, Alken, Eissturmvögel und Dreizehenmöwen in den Westfjorden.
Die Westfjorde gelten auch als Wintersportparadies. In der Zeit von März bis Mitte Mai werden die Nächte wieder länger und die Winterstürme lassen nach. Außerdem werden die Tage wieder länger.
 
Wintersportzentrum
 
Ísafjörður gilt als attraktivstes Skizentrum. Nahe dem Ortszentrum liegt das moderne Skigebiet mit drei neuen Skiliften und ausgedehnten Langlauf-Loipen. Es liegt in den landschaftlich schönen Tälern Tungudalur und Seljalandsdalur und hat verschieden Schwierigkeitsgrade und Flutlichtanlagen. Vor Ort gibt es u.a. Skiverleih, Restaurant, Aprés-Ski-Programm und ein Übungsgebiet für Kinder. Ostern findet seit 1935 die Skiwoche von Ísafjörður statt. Es finden Skiwettkämpfe, Tanzveranstaltungen, Schneemänner-Bauen, Jazzabende, Theataufführungen und Kochveranstaltungen statt.
 
islandpferd
Neugieriges Islandpferd (c)
 
Weiterhin werden Skitouren in die Berge mit Einheimischen (gute Kondition und Erfahrung erforderlich), Jeeptouren und Eisangeln angeboten. Im März findet ein Langlaufwettbewerb in Stradir statt (Halbmarathon Strandaganga). Weitere Möglichkeiten in den Westfjorden sind: Reittouren mit Islandpferden rund um den Gletscher Drangajökull. Beuschen Sie das Schwimmbecken in Reykjanes im "Ìsafjardadjúp" und Krossnes-Schwimmbad in der Gemeinde Árneshreppur.