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Island und seine Geschichte, Wikinger und Neuzeit

Blaue Lagune Island
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Geschichte Islands

In der Antike wurde Island vermutlich bereits als "Ultima Thule" erwähnt. Beweise für eine Besiedlung oder einen Besuch gibt es jedoch nicht.

Island wurde vermutlich zuerst von schottischen Mönchen und Eremiten besiedelt (um 500 n. Chr.).

874 starteten die Nordmänner bzw. Wikinger mit der Landnahme. Aus dieser Zeit stammt auch das Landnammabok, das Sagen und Geschichten aus dieser Zeit vermittelt. Die Einwanderer waren hauptsächlich Gegner von Harald Schönhaar, der Norwegen einigte. Viele wanderten auch aus Skandinavien aus, weil das Land dort für eine ertragreiche Landwirtschaft nicht mehr ausreichte.

geschichte island 
Island ist, genauso wie die Färöer ein Nachfolgestaat der Wikinger. Seine Bevölkerung und ihr Sprache hat noch sehr viel Ähnlichkeit mit der, die die Wikinger einst sprachen 
 

Island ist, genauso wie die Färöer ein Nachfolgestaat der Wikinger. Seine Bevölkerung und ihr Sprache hat noch sehr viel Ähnlichkeit mit den Wikingern   

Im 9 Jahrhundert bildeten sich immer mehr einzelne Sippenverbände heraus, denen einzelne Häuptlinge sog. Goden vorstanden. Es kam zur Bildung von Godentümern, die keiner Zentralmacht unterstanden.

930 trafen sich die Goden mit ihren Beratern in der Thinvellir-Ebene, dem Tal, dass heute noch das isländische Nationalheiligtum symbolisiert. Dort gründeten sie einen gemeinsamen Althing, eins der ersten Parlamente der Welt. Von hier aus war die Recht- und Gesetzessprechung zentral geregelt. Einmal im Jahr versammelten sich dort die Goden, um über verschiedene Belange und Streitfälle zu entscheiden.

982 entdeckte Erik der Rote Grönland.

Um 1000 beschloss der Althing, auf Druck des norwegischen Königs Olaf Tryggvasson, das Christentum anzunehmen, zunächst noch mit heidnischen Mischformen. Leif Eriksson entdeckte Amerika (er ging vermutlich in Neufundland an Land, das neue Land nannte er "Vinland").

1262 erkannte der Althing die norwegische Oberhoheit an. Island war derart zerstritten, dass es dem norwegischen Expansionsdruck entsprechen musste.

1380 kam Island gemeinsam mit Norwegen und Grönland im Rahmen der Kalmarer Union unter dänische Herrschaft.

1550 wurde durch den dänischen König Christian III die Reformation durchgesetzt.

Im 16 Jahrhundert ließen sich deutsche Hanse-Kaufleute in Islands Südwesten (heutiges Hafnarfjördur) nieder.

1602 begann die dunkle Zeit Islands, denn es wurde dem Handelsmonopol der Dänen unterworfen. Die Isländer waren gezwungen zu festen Preisen von der dänischen Krone beauftragten Händlern  zu kaufen. Der freie Handel war zerstört und das Land verfiel in Armut. Auch politisch konnte es immer weniger Einfluss nehmen. Zu allem Überfluss wütete auch noch die Pest auf Island und es kam daneben zu Vulkankatastrophen. 2/3 der Isländer starben durch diese Ereignisse. In Dänemark wurde sogar überlegt die isländische Bevölkerung nach Jütland (Dänemark) umzusiedeln.

1874 erhielt Island Finanzautonomie und das Handelsmonopol fiel endlich.

1904 hatte die isländische Unabhängigkeitsbewegung Erfolg und das Land erhielt weitgehende Selbstverwaltung (home rule).

1911 wurde die isländische Universität in Reykjavik gegründet.

1915 wurde das Frauenwahlrecht eingeführt. 
    
Historische Karte von Island (1888)

1918 wurde Island selbständig, unterstand jedoch noch formell dem dänischen König in Personalunion als Staatsoberhaupt.

1944 während der Besetzung Dänemarks im Zweiten Weltkrieg nutzten die Isländer die Möglichkeit, um sich, selbst von Briten und Amerikanern besetzt, für unabhängig zu erklären. Island wurde Republik. Svein Björnsson wurde erster Präsident.

1946 Island trat den UN bei.

1949 trat Island dem westlichen Verteidigungsbündnis NATO bei, ohne selbst über Militär zu verfügen.

1951 wurde ein Verteidigungsabkommen mit den Amerikanern unterzeichnet, das den Schutz der Insel garantieren sollte und den Amerikanern einen strategisch wichtigen Stützpunkt (Keflavik) lieferte.

1955 erhielt Halldor Laxness den Literaturnobelpreis.

In den 70er Jahren kam es durch die Ausweitung der Fischereizone auf 200 Seemeilen zu den sog. Kabeljaukriegen mit britischen Fischern und Militär. Die isländische Küstenwache lieferte sich einige Auseinandersetzungen mit den Briten. Letztlich konnten sich jedoch die Isländer durchsetzen und die 200 Seemeilenzone ist heute international anerkannt.

Am 11./12. Oktober 1986 hatte Island die Blicke der Welt auf sich gezogen. Das Verhältnis der USA und der UdSSR war gespannt. Insbesondere auch wegen dem Raketenabwehrprogramm der USA, SDI. In Reykjavik kam es zu einem Gipfeltreffen der beiden Staatschefs Ronald Reagan und Michail Gorbatschow. Damit wurde auf Island das Ende des Kalten Krieges eingeleitet.

1992 wurde mit der EU über einen Beitritt verhandelt. Insbesondere in Bezug auf die Fischereirechte konnte jedoch keine Einigung erzielt werden, so dass das Land weiterhin Mitglied der EFTA blieb. Es bestehen jedoch einige Sonderabkommen mit der EU (u.a. ist Island seit März 2001 auch "Schengen-Staat" ), so dass eine europäische Anbindung besteht.

Nach der Verfassung aus dem Jahre 1944 (Unabhängigkeit von Dänemark) ist Island eine parlamentarische Republik.

Oberster Repräsentant ist der Staatspräsident Islands. Dieses Amt wird seit 1996 von Olafur Ragnar Grimsson (14. Mai 1943), dem 5. Präsidenten der Republik, ausgeübt. Der gebürtige Isafjördurer (Westfjorde) gehört der Sozialistischen Partei an und ist der Nachfolger der weltweit ersten Frau als demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt, Vigdis Finnbogadottir.

Sie war von 1980 - 1996 Präsidentin von Island und ist auch heute noch in Island beliebt.

Ministerpräsident ist zur Zeit Geir Hilmar Haarde. Er ist der 16. Ministerpräsident seit der Unabhängigkeit und gehört der Unabhängigkeitspartei an.

2006 zogen die USA ihre Truppen aus Island ab. Island schloss Vereinbarungen mit Dänemark und Norwegen ab, die anstelle der USA die militärischen Aufgaben übernehmen.

2008 Island leidet besonders unter der weltweiten Finanzkrise und stand kurz vor der Situation eine Staatsbankrotts. Der Bankensektor wurde als Notmaßnahme darauf verstaatlicht. Es bleibt zu hoffen, dass sich das Land wieder aus der Situation befreien kann.