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Reisen in den Norden Islands mit Myvatn, Dettifoss und Akureyri

Blaue Lagune Island
 
Islands Norden
 
Akureyri im Norden und mit 18.000 Einwohnern viertgrößte Stadt Islands und ist die Hauptstadt des Nordens. Sie war traditionelle die zweitgrößte Stadt Islands, ist jedoch mittlerweile von den Trabantenstädten Reykjaviks, Hafnarfjördur und Kopavogur, überholt worden. Wirtschaftlich und kulturell ist es aber immer noch nach Reykjavik die wichtigste Stadt Islands.
 
akureyri
Über der Stadt ist das Monument von Helgi dem Mageren
und seiner Frau, den beiden Stadtgründern (c)
 
Der Norden ist durch Fjorde gekennzeichnet. Akureyri liegt an dem Eyjafjörður und ist 100km vom Polarkreis entfernt. Es ist ein Landwirtschaftszentrum Islands. Besonders sehenswert ist die Eiskathedrale, der Botanische Garten und das Museum des Schriftstellers Jon Sveinsson. Akureyri bietet zahlreiche Freizeitmöglichkeiten wie Wandern im Sommer oder Ausfüge zum Myvatn und Godafoss. Selbst im Sommer sind die Berge um die Stadt mit Eis bedeckt und es entsteht ein besonderes Flair. Vor den Toren der Stadt kann man auch ganzjährig das Weihnachtshaus besuchen. Akureyri ist dem nördlichsten 18 Loch-Golfplatz der Welt, Austragungsort der Arctic Open.
 
eiskathedrale   weihnachtshaus
Eiskathedrale von Akureyri (c)   Weihnachtshaus bei Akureyri (c)
 
Der Myvatn ist der viertgrößte See des Landes und hat eine maximale Tiefe von nur 4 Metern. Dadurch erwärmt sich das Wasser des Sees im Sommer auf 24 °C, wodurch das Algenwachstum gefördert wird. Dort können die Mücken ihre Eier wunderbar ablegen und die Mücken locken wiederum viele Enten und Gänse an. Die Anzahl der Mücken ist beängstigend und man sollte entweder ein Mückennetz oder Nelkenöl dabei haben. Die meisten Mücken sind allerdings Zuckmücken und stechen nicht. Bekannt sind insbesondere die Lavaformationen, die recht mystisch anmuten.
 
myvatn
Der Myvatn (Mückensee) mit seinen Lavaformationen (c)
 
Einige Kilometer entfernt liegt die Vulkanzone um den Vulkan Krafla. Dort ist die Erdkruste lediglich ca. 3km dick. Nördlich vom Myvatn liegt die Hafenstadt Husavik, wo früher Schwefel und heute noch Kieselgur vom Myvatn exportiert wird. Husavik heißt übersetzt Häuserbucht und sehenswert ist der Hafen, die Kirche und das Heimatmuseum. Außerdem werden dort im Sommer Whalewatching angeboten. Die „Trefferquote“ gilt in der Region besonders hoch (angeblich 99%).
 
dettifoss
Der Dettifoss, Islands gewaltigster Wasserfall (c)
 
Der wasserreichste Wasserfall Europas ist der Dettifoss. Er ist in Kombination von Breit, Fallhöhe und Volumenfluss der energiereichste Fluss Europas. Die Wassermassen setzen im Durchschnitt eine Leistung von 85 Megawatt um. Sie ergießen sich auf um die 100 m Breite 45 m in die Tiefe. Der Dettifoss liegt nördlich vom Myvatn in der Schotterwüste. Er wird gespeist durch den Gletscherfluss Jökulsá, der den Schlamm des Vatnajökull mit sich führt. Daher ist der Dettifoss nicht sehr klar, sondern dreckig-braun.
 
Einige hundert Meter flussabwärts folgt dem Dettifoss der Hafragilsfoss. Danach strömt der Fluss den Jökulsargljufur-Nationalpar an der Asbyrgi-Schlucht vorbei. Oberhalb des Dettifoss liegt der Selfoss. Nur einen kurzen Fußmarsch von 1,4 km am Flussbett entlang durch das Hochland und man sieht ihn vor sich. Der Selfoss stürzt zwar nur 10 m in die Tiefe ist jedoch auch sehr breit und erhält dadurch eine ganz anderen Eindruck als der Dettifoss. Besonders die geografische Nähe dieser beiden doch sehr verschiedenen Wasserfälle beeindruckt.
 
selfoss
Der Selfoss ist umrandet mit Moosen und befindet sich unweit
des Dettifoss mitten in einer Geröllwüste (c)
 
Im Jökulsargljufur-Nationalpark ist die hufeisenförmige Schlucht Asbyrgi zu finden. Sie war einst das Flußbett der Jökulsa a Fjöllum. Mittlerweile ist das Flußbett weiter östlich zu finden. Nach der isländischen Mythologie soll die Schlucht durch einen Hufabdruck von Sleipnir (Odins achtbeiniges Pferd) entstanden sein. Geologisch gesehen ist die ungewöhnliche Form jedoch durch drei besonders starke Gletscherläufe entstanden.
 
Nach der 3,5 km langen Schlucht findet sich auch ein kleiner See der von Enten bevölkert ist. Gespeist wird er von einem Rinnsal, der von der Steinwand Asbyrigs tropft und ein Überbleibsel des alten Flusslaufs ist. Die Atmosphäre in der Schlucht ist unbeschreiblich und mystisch.
 
asbyrgi
Asbyrgi soll laut der isländischen Mythologie ein Hufabdruck
Sleipnirs sein (c)
 
Untypisch für Island ist auch die Bewaldung der Schlucht mit einem Birkenwald, dessen Bäume teilweise 3 m hoch sind. Dies macht die Schlucht auch zu einem Reiseziel für Isländer. Es gibt in der Nähe zwei Campingplätze und eine Tankstelle mit kleinem Supermarkt und Fast-Food. Dort trifft man manchmal auch Deutsche, die dort in den Ferien aushelfen. Es existiert außerdem ein interessantes Echo in der Schlucht.